Die Erlösungslehre der Jaina - Legenden, Parabeln, Erzählungen

Posted: 17.05.2010
Updated on: 24.07.2012

Publication in German:

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Die Erlösungslehre der Jaina - Legenden, Parabeln, Erzählungen

Aus dem Sanskrit und Prakrit übersetzt und herausgegeben von Adelheid Mette [1]

Inhalt

Der Jainismus zählt zu den ältesten Religionen der Welt und hat nachfolgende Religionen maßgeblich beeinflußt. Darüber hinaus hat seine umfangreiche Literatur zur Entwicklung der modernen indischen Literatursprachen wesentlich beigetragen. Im Wirtschaftsleben Indiens nehmen die Jaina noch heute eine herausragende Stellung ein.

Vardhamana Kasyapa Nayaputra, genannt Mahavira („Großer Held“), gilt als der historische Stifter der Jaina-Religion. Er war ein Zeitgenosse des Buddha und wird verehrt als der letzte der vierundzwanzig Jina, die als „Sieger“ über die Fesseln des Karma erscheinen, um als Tirthamkara („Wegbereiter“) die ewige Wahrheit in der Welt zu verkünden. Durch eine pessimistische Haltung zum Diesseits gekennzeichnet wie auch der frühe Buddhismus, unterscheidet sich aber der Jainismus von jenem grundlegend durch den Glauben an die Beseeltheit aller organischen Materie bis hin zu deren kleinsten Formen und sogar den molekularen Konglomerationen der Elemente Wasser und Erde. Die immateriellen Einzelseelen sind unvergänglich und erhalten ihre individuelle Prägung in den wechselnden Verkörperungen, die sie im Wesenskreislauf annehmen. Dem Verlangen der Seele nach einem Ende der unaufhörlichen Wiederkehr von Werden und Vergehen weist die Jaina-Lehre den zur Erlösung führenden Weg strenger Askese (tapas), der ihr das ewige Glück ungetrübter Erkenntnis ihrer selbst und der Welt schenken wird.

Am Anfang des Bandes steht die Mahavira-Legende, die Darstellung eines vorbildlichen Lebens, neu übersetzt aus dem Kanon der Svetambara-Jaina. Ihr folgt eine Auswahl von Gleichnissen und Erzählungen, anhand deren gelehrte Jaina-Mönche des alten und mittelalterlichen Indien die Fragwürdigkeit innerweltlichen Glücks und dessen Gegenbild aufzeigten: das Ziel rein geistigen, ewigen Seins (siddhi, „Vollendung“).

Der Jainismus entstand in der Gangesebene im 6. oder 5. Jahrhundert v. Chr. Im Mittelpunkt des Glaubens steht die Lehre von der Befreiung der Seele. Rücksichtnahme auf alles Leben ist oberstes Gebot; die jainistische Ethik lehrt Schonung des Lebens (ahimsa, „das Nicht-Verletzen“) und zugleich strenge Askese (das tapas). Noch Mahatma Gandhi beruft sich mit dem Ideal der Gewaltlosigkeit auf die Religion der Jaina.

Author:

Adelheid Mette

 

geboren 1934, von 1988 bis 2000 Professorin und Direktorin des Indologischen Seminars an der Universität Münster, lebt in München. Arbeitsschwerpunkte: mittelindische und Sanskritphilologie; Literatur des Jainismus und Buddhismus.

Curriculum Vitae

  • Geboren 1934
  • Studium an Universität Hamburg 1953/54--58
  • 1959 Promotion in Hamburg (Diss.: Die aiolischen Versmaße in den Dramen des Euripides)
  • 1972 Habilitation und Lehrbefugnis für Indologie, Universität Hamburg
  • 1973 umhabilitiert nach München
  • 1978 apl. Prof. an der Ludwig-Maximilians-Universität
  • 1980 Univ.-Prof. für Mittelindische Sprachen in München
  • 1988-2000 Inhaberin des Lehrstuhls für Indologie und Direktorin des Indologischen Seminars (seit 1997: Institut für Indologie) der Universität Münster
  • seit WS 2000/01 Lehrauftrag am Institut für Indologie und Iranistik, München

Publisher:

Suhrkamp / Insel

Edition:

15.03.2010

ISBN:

978-3-458-70023-4

Pages:

452

EUR:

34,00


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